Baupreise in Brandenburg schnellen in die Höhe

15 Prozent Plus für private Neubauten innerhalb nur eines Jahres

In Brandenburg wird das Bauen immer teurer. Die Preise für den Neubau von Häusern und Wohnungen sind innerhalb eines Jahres um etwa 15 Prozent gestiegen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg gestern mitteilte. Das ist die höchste Baupreisanstieg seit Beginn der Erhebung. In Berlin ist die Preissteigerung mit insgesamt 12,3 Prozent etwas geringer ausgefallen als in Brandenburg.

Die größten Anstiege bei den Preisen in Brandenburg gab s im August im Vergleich zum Vorjahresmonat bei Zimmer- und Holzbauarbeiten. Wer Firmen in Brandenburg beauftragt hat, muss für diese Leistungen fast zwei Drittel mehr zahlen (63,1 Prozent) als noch vor einem Jahr. In Berlin liegt der Preisanstieg bei gut 50 Prozent.

Hauptursachen sind die massiven Steigerungen der Rohstoff- und Energiepreise. Diese wiederum sind auch auf die große Nachfrage nach Baustoffen wie Holz, Stahl und Dämmstoffe zurückzuführen. Darüber hinaus wirkte sich aus, dass die Mehrwertsteuer vor einem Jahr vorübergehend niedriger war als heute.

Das Klettern der Baupreise in die Höhe hat Folgen. Für junge Familien könnte wegen der hohen Bau- und Rohstoffpreise der Traum vom Eigenheim in weite Ferne rücken. Überdies sind die Grundstückspreise zuletzt massiv gestiegen. Das kann dazu führen, dass sich junge Familien das Bauen nicht mehr leisten können oder aufgrund der instabilen Entwicklung verunsichert sind und ihre Grundstücke wieder zurückgeben.

Unter Druck geraten auch die kleinen und mittleren Betriebe in Brandenburg, die unter den steigenden Baustoffpreisen und verbreiteten Lieferschwierigkeiten bei Materialien leiden. „Sie werden die Kosten auf an die Auftraggeber weiterreichen müssen, da sie die Preisentwicklung nicht beeinflussen können“, so sagte der Präsident der Handwerkskammer Potsdam der MAZ. Die steigenden Preise bei Baumaterialien gefährdeten auch das Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Und auch den in den nächsten Jahren bevorstehenden klimagerechten Umbau im Bestand wird es nicht zum Nulltarif geben können“.

In Brandenburg stiegen laut Statistikamt die Preise für Rohbauarbeiten um 17,1 Prozent. Für Ausbauarbeiten erhöhten sich binnen Jahresfrist um 13,2 Prozent.

Ein saftiges Preisplus um knapp 23 Prozent gibt es für den Einbau von Lüfter- und Klimaanlagen. Um ein Fünftel teurer wurden innerhalb eines Jahres Abdichtungs-, Estrich- und Trockenbauarbeiten sowie Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen. Mauer- und Betonarbeiten verteuerten sich in Brandenburg um 11 Prozent beziehungsweise 17 Prozent.

Auch die Preise für Nichtwohngebäude, die Instandhaltung und den Straßenbau stiegen in Brandenburg laut Am für Statistik um bis zu 16 Prozent zu August 2020 an.

Die Fachgemeinschaft Bau Berlin-Brandenburg forderte die beiden Landesregierungen auf, komplizierte und langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren für Investitionen abzuschaffen. Diese seien zusätzliche Kostentreiber. Angesichts des akuten Wohnraummangels in der Region müssten trotz der gestiegenen Preise öffentliche Investitionen in den Wohnungsneubau, die Gebäudesanierung und die Infrastruktur sichergestellt werden.

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung vom 05.10.2021, von Igor Göldner

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